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Was können wir vom Toyota Produktionssystem lernen?

  • 23. März
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Mai

„Andon“ bedeutet im Toyota Produktions­system, dass eine Störung visuell oder grafisch angezeigt wird. Mitarbeitende in der Produktion sind auf­gefordert und berechtigt, das Montageband zu jedem Zeitpunkt anzuhalten, bis eine Störung beseitigt ist. Das bremst vermeintlich den Produktionsprozess. In Wahrheit führt es zu einem höheren Qualitäts­niveau und damit zu höherer Produktivität. Qualitätsprobleme und Störungen haben Vorrang vor kurzfristigen Produktivitätszielen.


Vermittlung bei Konflikten

Störungen haben auch in der Mediation Vorrang. Warum nicht ebenso im beruflichen Alltag? Natürlich darf nicht jedes Gespräch im Betrieb in eine Diskussion über Befindlichkeiten ausarten, nicht jede Meinungsverschiedenheit muss mediiert werden. Aber wäre es nicht unglaublich wirkungsvoll, wären Mitarbeitende und Führungskräfte so konfliktkompetent, dass sie bei Auftreten einer signifikanten Störung das Gespräch unterbrechen, um diese zu adressieren?!


Themenzentrierte Interaktion liefert die hierfür notwendige Kommunikations­kompetenz. Eine gute Definition von TZI findet sich in Wikipedia. Dort wird auch ein Beispiel gegeben, das den Wert für unseren Kontext veranschaulicht, und das ich hier deshalb zitieren möchte:

Die Gruppe hat sich zum Thema „Planung einer neuen Organisationsstruktur im Unternehmen“ getroffen. Im Verlauf des Gespräches wird aber deutlich, dass sich viele Mitarbeiter durch das Führungsverhalten von Vorgesetzten verletzt fühlen. Die TZI-Leitung erkennt, dass dahinter ungünstige Formen des Umgangs miteinander stehen. Deshalb formuliert er das Thema neu: „Was sind meine Fähigkeiten? Und was brauche ich, um diese gern zum Wohle meines Unternehmens einzusetzen?“ (Sei deine eigene Chairperson.) Denn nur motivierte Mitarbeiter können eine neue Struktur planen und mit sinnvollem Handeln füllen.“


Letztlich braucht es die Kompetenz, Störungen zu erkennen und zu adressieren, und es braucht das Mandat (Andon), die Interaktion entsprechend zu lenken.

Im Ergebnis ist - wie bei Toyota - zunächst eine Verzögerung zu erwarten. Und das ist für Mitarbeitende und Führungskräfte, die stets unter Zeitdruck agieren, schwierig zu tolerieren. Andererseits ist mittel- bis langfristig – wie am Montageband  – mit einer steigenden Qualität und Produktivität der Besprechungen und anderer Interaktionen im Unternehmen zu rechnen.

 
 
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